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 Erfahrung, Fragen und Tipps zur Hobbythek
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Copaibaöl 16.02.2002 (09:36 Uhr) Davana
Hallo,

wer kann mir weiterhelfen? Ich bin auf der Suche nach Infos über Copaibaöl. Wird es den äth. Ölen zugerechnet oder den aromatischen fetten Ölen? Es ist ja eigentlich kein flüchtiges Öl sondern eher fett. Wie hoch ist die Einsatzkonzentration?

Grüße

Davana
Re: Copaibaöl 16.02.2002 (11:35 Uhr) Gabriela
Hallo Davana,

Copaiva (Copaifera officinalis) ist ein Schmetterlingsblütler und stammt vom Kopaivabaum. Es ist das aus den Stämmen gewonnene Balsam. Also kein fettes Öl, es gibt es als Balsam zu kaufen oder als ätherisches Öl. Vergleichbar mit der Konsistenz des Peru-Balsams.

Der Copaivabalsam beinhaltet ätherisches Öl, Harze und Bitterstoffe. Das ätherische Öl besteht aus 90 % Sesquiterpenen. Diese sind sehr hautfreundlich, seelisch stark stabilisierend und sie führen in die eigene Mitte. Copaivabalsam kann die Histaminproduktion regulieren. Histamine sind chemische Botenstoffe (Neurotransmitter), die für Schmerz-, Entzündungs- und Juckreiz verantwortlich sind. Auch bei Stress werden vermehrt Histamine ausgeschüttet. Allerdings sind kleinere Spuren an Inhaltstoffen vorhanden (wie beim Peru-Balsam auch), die bei erhöhter Dosierung zu Hautreizungen führen können. Also das ätherische Öl niedrig dosieren.

Viele liebe Grüße

Gabriela
Re: Copaibaöl 16.02.2002 (13:20 Uhr) Davana
Danke Gabriela,

jetzt bin ich erst recht verunsichert. Denn Spinnrad z.B. bietet das Copaibaöl unter den "Pflanzenölen" an. Obwohl ich mittlerweile weiß, dass das Balsam bis zu 80 % äth. Öl enthält, der Rest sind Harze. Auch weiß ich, dass das äth. Öl aus dem Balsam destilliert wird.

Nur, ich habe das Balsamöl gekauft (darüber hat auch die Hobbythek in einer Sendung mal berichtet) und bin von einem aromatischen fetten Öl ausgegangen (ähnlich dem Calophyllumöl). Ich bin mir jetzt nicht sicher, wie hoch ich das Balsamöl dosieren darf.

Ich leide von Zeit zu Zeit unter Schuppenflechte auf dem Kopf und habe gelesen, dass man da gut Copeibabalsamöl einsetzen kann.

Weißt du, wie sich die Inhaltsstoffe vom destl. äth.Öl zum Balsamöl unterscheiden?

Bin gespannt auf deine Infos

Viele Grüße

Davana
Re: Copaibaöl 17.02.2002 (09:47 Uhr) Gabriela
Hallo Davana,

Der Balsam besteht aus (30 - 90 %) ätherisches Öl, Harzen und Harzsäuren, mehr habe ich in meiner Literatur auch nicht gefunden.

Zur medizinischen Wirkung: Er wird hauptsächlich gegen Schleim in den Atemwegen und Störungen im Urogenitaltrankt angewendet. Da der Balsam die Schleimhäute reizt, bewirkt er das Abhusten von Schleim. Eine Lösung oder Tinktur wird bei Bronchitis, chronischer Blasenentzündung, Durchfall und Hämorrhoiden verwendet. In der Vergangenheit hat man damit häufig Geschlechtskrankheiten behandelt. Angeblich werden auch Ekzeme und andere Hauterkrankungen von einer Anwendung günstig beeinflusst.

Allerdings ist die Anwendung von einer Tinktur oder Lösung zu bevorzugen. Du kannst ja schließlich nicht den Balsam (der ja ziemlich zähflüssig ist) auf die Kopfhaut auftragen. Frag doch einfach mal beim Spinnrad nach, für was die den empfehlen. Die medizinische Anwendung von zähflüssigen Balsamen ist mittlerweile veraltet, ebenso können durch das direkte Auftragen auch Allergien ausgelöst werden und für Schuppenflechte gibts garantiert etwas Besseres. Der Balsam wird häufig für Räuchermischungen benutzt, da er hier einen wunderbaren Rauch abgibt und sich für die Herstellung von Räucherkegeln eignet.

Schuppenflechte

4 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium)
3 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
3 Tropfen Bergamotte (Citrus bergamia)
in
eine insgesamt 50 ml Ölgrundlage aus: 40 ml natives Jojobaöl und 10 ml Nachtkerzen- oder Sanddornöl geben. Zur Pflege der Kopfhaut gibt man etwas von dem Öl vor dem Haarewaschen auf die Kopfhaut und lässt es 5 - 10 Minuten einwirken. Dann die Haare mit einem milden Shampoo auswaschen.

Viele liebe Grüße

Gabriela
Re: Copaibaöl 17.02.2002 (10:33 Uhr) Andi
Hallo Gabriela, hallo Davana,

hab ich doch gleich mal ausprobiert, wie sich das Copaibaöl verräuchert...
Super, auf die Idee wäre ich nicht gekommen.

Übrigens räuchere ich nun fast täglich nach dem Espressokochen, wenn die Herdplatte noch heiß ist. Dann gebe ich fein gemörsterte Harze direkt auf die Platte.
Das räuchert bei weniger Aufwand mindestens genausoschön wie mit Kohle, und auch die Herdplatte nimmt keinen Schaden, da die Räucherstoffe gut darauf verbrennen und sich dann als Asche abkehren lassen.

Liebe Grüße
Andi



P.S.: Allerdings darf die Herdplatte nicht zu heiß sein, sonst gibts bei Copaibaöl ne Flamme :-(

Hier ist auch noch ein Auszug aus dem Hobbytipp über Copaibaöl:
"Copaibaöl

Das Copaibabaum - Copaiba oficinalis -ist in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Es ist ein 10 - 20 Meter hoher Baum mit breiter Krone, dessen Stamm bis zu 40 cm dick werden kann. Schon im jungen Holz beginnen sich kleine Exkretbehälter mit einem Balsam zu entwickeln: Dieses dient der Abwehr von Schädlingen. Zur Gewinnung werden in den unteren Teil des Stammes Löcher bis ins Mark geschlagen oder gebohrt. Man setzt für den Abfluss eine kleine Rinne ein und fängt das Balsam in Gefäßen auf.
In Brasilien dient der Balsam einerseits zur äußerlichen Behandlung verschiedenster Hautkrankheiten, Geschwüren und Verletzungen, oder zur Förderung der Wundnarbung, andererseits zur innerlichen Verwendung bei Schleimhauterkrankungen der Atemwege ( z. B. Bronchitis), und der Scheide( z. B. Vaginalfluor.).

Der Balsam besteht zu 40-80% aus ätherischem Öl, unter anderem mit dem Sesquiterpenkohlenstoff Caryophyllen, das auch in der Gewürznelke vorkommt. Der Rest besteht aus einem Harz, das homogen gelöst ist, und Harzsäuren. Die wirksame Komponente ist das Öl. Es wirkt leicht harntreibend, vor allem aber desinfizierend. In zu hoher Dosis kann es nierenreizend sein und sogar Koliken verursachen.."
Re: Copaibaöl-Danke 17.02.2002 (13:47 Uhr) Davana
Hallo Andi,

diese Infos habe ich auch im Hobbytipp gelesen (ich lade mir die interessanten Beiträge herunter und sammle sie, man weiß ja nicht wie man das mal gebrauchen kann.)

Nur hat mich genau diese Information so verunsichert. In einem Buch (Aromaöle von Dr. Julia Lawless) habe ich gelesen, dass aus dem Balsam auch ein äth. Öl destilliert wird. Und wusste ich nicht so recht, was ich denn nun vor mir hatte.

Ich finde, dass die Hobbythek gerade bei neuen Rohstoffen genauere Informationen geben müsste.

Viele Grüße

Davana
Rohstoffe 17.02.2002 (14:56 Uhr) Andi
Hallo Davana,

das Du den Hobbytipp kennst, habe ich mir fast gedacht. Ich finde nur, dass er mit dem von Gabriela geschriebenen übereinstimmt, und auch mit dem was ich im Internet fand.
Wobei ich Gabrielas Erklärung weitaus befriedigender fand.

Die Hobbythek war früher wesentlich genauer. Bis ins Molekül musste alles nachvollziehbar sein. Für jedermann verständlich.
Leider sind sie mittlerweile dazu übergegangen, die Dinge nicht mehr so ausführlich zu behandeln, sogar im Buch findet man über manche Substanzen nur ein paar Zeilen (konnte fast nichts über Mulsifan finden).
Das Badeöl ist auch schön, aber Paranussöl teuer. Sicher kann man es gut mit Macadamia ersetzen.

Hast Du auch schon etwas davon ausprobiert?

Ja, Davana, es wird nix besser :-((

Das Copaibaöl kannst Du ruhig aufbrauchen, wenn ich auch die Flasche mit 100ml zu viel finde.
Das Regenwaldshampoo ist fantastisch und macht die Haare schön.
Die Creme gefällt mir nicht ganz so, da mit Tegomuls (mag ich nicht).

Vielleicht findest Du im Internet ja noch mehr Möglichkeiten.

Schönen Sonntag und liebe Grüße
Andi

P.S.: Bin heute am Liposomengel rühren. Probiere mal alle Rezepte aus dem neuen Kosmetik-HT Buch.
Re: Rohstoffe 17.02.2002 (15:31 Uhr) Davana
Hallo Andi,

nein, ich habe von dem Copaibaöl nur 30 ml (kaufe immer erst die kleinste Menge.) Von den Rezepten aus dem Hobbytipp habe ich noch nichts probiert. Werde ich wohl jetzt tun, um dieses Öl zu verbrauchen.

Mit Mulsifan kann ich dir weiterhelfen (falls du es noch brauchst).

Lt. meiner Literatur ist Mulsifan ethoxilierter (durch Anlagerung von Glycolketten wasserdispergierbar gemacht) Laurylalkohol (Fettalkohol mit einer Kohlenstoffkette von 12 C-Atomen). Er ist in Alkohol löslich und kann bei Kälte erstarren. Die Einsatzmenge beträgt ca. 5-20% und ist mit allen Kosmetikölen mischbar. Die Hautverträglichkeit wird als gut eingstuft.

Wünsche dir gutes Gelingen mit deinem Liposomengel (hab ich schon mal probiert, ist sehr schön auf der Haut)

Davana

Re: Copaibaöl - Danke 17.02.2002 (13:41 Uhr) Davana
Hallo Gabriela,

vielen Dank für deine Mühe. Jetzt sehe ich schon klarer.

Ich hatte natürlich nicht vor, das Balsam pur auf die Haut aufzutragen. Ich dachte in einer Mischung mit Jojoba- oder Nachtkerzenöl.

Übrigens, deinen Vorschlag zur Behandlung von Schuppenflechte, werde ich beim nächsten Mal ausprobieren. (Ich hasse die eigenartige Tinktur vom Hautarzt mit Salycilsäure. Die hilft nicht besser und ruiniert mir den Nagellack).

Nun habe ich ein Öl zuhause und keine Verwendung dafür :-(

Trotzdem tausend Dank.

Davana

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