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Rosskastanie 27.02.2002 (12:08 Uhr) Brigitte
Ich wohne in Spanien und habe endlich Rosskastanie im Kraeuterhaus gefunden, die ich fuer meine Krampfadern suchte. Die Kastanien sind zerstossen, also sehr grobe Stuecke und man sagte mir, ich koennte sie mit Wasser aufkochen zum Trinken. Ich wage mich jedoch nicht, da ich kein Vertrauen zu dieser Angabe habe.
Ich frage nun: kann man dies trinken??? und in welchem Ver-hältnis???
Für jeden Tipp waere ich sehr dankbar.
Brigitte
Re: Rosskastanie 27.02.2002 (14:26 Uhr) gundja
Liebe Brigitte,

Edelkastanien (Castanea sativa) sind ein altes Heil- und Nahrungsmittel, aber auch andere Bestandteile der Pflanze wurden und werden empfohlen.
So werden bspw. die Blüten für Tees und Tinkturen benutzt, die Rinde als Abkochung gegen Durchfall (als Ersatz für Chinarinde), ebenso die gerösteten Früchte, gegen Koliken und Krämpfe, die Blätter des Baumes sind als Mittel gegen Rheumaschmerzen in verschiedenen Zubereitungen angewendet worden.
Kastanienmehl, der gerösteten Kastanie, wurde als Kastanienpolenta und als Kaffeeersatz benutzt.
In Apotheken kann man Kastanienfluidextrakt als Einreibemittel erhalten.
Ein Tee aus Kastanien sollte mit dem Pulver, oder der zerkleinerten "Frucht" kalt angesetzt werden, läßt ihn kurz aufkochen und dann 10 min. ziehen. Bis zu 3x tgl. wird eine Tasse warm getrunken. Bei Pulver verwendet man pro Tasse eine Messerspitze, bei grob zerkleinerten Teilen 1 Teel. auf 1/4 l Wasser.
Gegen Venenleiden habe ich viele Texte zu den Blättern gefunden, bzw. Extrakte aus Kombinationen von Blättern, Samen und Rinde.
Bei Teeanwendungen aus Blättern, Früchten und Rinde wird wie oben verfahren. Allerdings werden von offizieller Stelle (Kommission E) aus den Samen nur Fertigarzneien empfohlen und keine Teezubereitungen, in der Volksmedizin aber schon.

Ich hoffe es hilft Dir.
Ciao gundja
Re: Rosskastanie 27.02.2002 (19:49 Uhr) Steffi D.
Hallo zusammen,

kann´s sein, daß ich da was durcheinanderbringe? Aber meines Wissens gibt es zwei Arten von
Kastanien.
Rosskastanien, gibt es überall, und Edelkastanien (Maroni), die es nur in Weinbaugebieten gibt,
Rheinland-Pfalz und Südtirol und natürlich in allen südlichen Ländern.
Letztere kann man essen und anderweitig verwenden Rosskastanien jedoch sind für den Menschen
giftig oder zumindest ungeniessbar. Äusserlich zur Venenbehandlung aber gut verwendbar.

Gundja, bitte klär mich auf, wenn ich da was verwechsle, aber auf die Idee, Rosskastanientee zu
trinken wäre ich nicht gekommen.

Gruß und schönen Abend

Steffi
Re: Rosskastanie 27.02.2002 (21:24 Uhr) gundja
Hallo Steffi und alle anderen Leser,

meines Wissens nach gibt es ca. 18 Arten aus der Familie der Roßkastaniengewächse, zu der beide gehören.
Du hast recht, ich habe die lateinische Bezeichnung verwechselt! Allerdings hatte ich auch nicht die Marone gemeint, sondern tatsächlich die Roßkastanie (die korrekterweise Aesculus hippocastanum heißt).
Also nochmal zur Korrektur: Die Gemeine Roßkastanie ist Aesculus hippocastanum und ist weder giftig noch ungenießbar. Der einzig giftige Bestandteil ist die unreife grüne Schale des Samen, sowie der unreife Samen selbst. Die sog. Marone ist die Edelkastanie und heißt Castanea sativa. Beide können volksmedizinisch zu ihren entsprechenden Indikationen angewendet werden. Die Gemeine Roßkastanie ist von der Kommission E sogar positiv monographiert worden, für Symptome der chronisch venösen Insuffizienz (Krampfadern), .... und auch bei posttraumatischen und postoperativen Weichteilschwellungen. Die äußerliche und innerliche Anwendung ist bekannt, von der Kom.E wir die innerliche Einnahme beschrieben.
Übrigens habe ich auch die äußere Anwendung eben noch gefunden zur Behandlung von Couperose (war doch hier auch irgendwo angesprochen?).
Bei magenempfindlichen Menschen soll es gelegentlich zu Übelkeit gekommen sein, allerdings bei Teebereitungen hauptsächlich aus der Rinde. Deshalb, und weil sie als "Viehmastfutter" verwendet wurde, galt sie für den Menschen nicht als eßbar. Sie soll sehr bitter sein, habe es noch nicht probiert...., aber in letztgenanntem Buch sind einige Rezepte damit drin, allerdings auch mit "sodagewaschenem" Mehl, weil es sonst sehr bitter ist und wird dort im Brot als besonderes Kraftmittel herausgestellt. Da hätte ich allerdings persönlich nicht das große Interesse dran.

Literatur:
- Pflanzenmonographien - Foitzick-Verlag (Kranzberger/ Mair)
- Teedrogen und Phytopharmaka - WVG (Wichtl)
- Giftpflanzen, Pflanzengifte - ecomed-Verlag (Roth, Daunderer, Kormann)
- Die große Enzyklopädie der Heilpflanzen - Kaiser-Verlag
- Kastanie [Heil- und Kochrezepte] vom Marion Saghy


Ciao gundja
Re: Rosskastanie 28.02.2002 (00:26 Uhr) gundja
Anmerkung: Wie gut, daß wir hier nicht im Botanik-Forum sind ;-) - die Edelkastanie ist nämlich ein Buchengewächs 8)
gundja
Re: Rosskastanie 28.02.2002 (10:44 Uhr) Biggy
> Anmerkung: Wie gut, daß wir hier nicht im Botanik-Forum
> sind ;-) - die Edelkastanie ist nämlich ein Buchengewächs
> 8)
> gundja

Ich kaufte die zerstossenen Kastanien hier in Spanien unter der spanischen Bezeichnung "Castanas de Indias", das ist die ganz gemeine Kastanie, d.h. die normalen Kastanienbaeume und darueber habe ich immer gehoert, dass sie ungeniessbar sind. Also: soll ich den Tee trinken und vorher mein Testament machen? - Was meint Ihr? Auf jeden Fall meinen allerherzlichsten Dank fuer Eure Beitraege. Brigitte
Re: Rosskastanie 28.02.2002 (10:58 Uhr) mamje
>
> Ich kaufte die zerstossenen Kastanien hier in Spanien
> unter der spanischen Bezeichnung "Castanas de Indias",
> das ist die ganz gemeine Kastanie, d.h. die normalen
> Kastanienbaeume und darueber habe ich immer gehoert, dass
> sie ungeniessbar sind. Also: soll ich den Tee trinken und
> vorher mein Testament machen? - Was meint Ihr? Auf jeden
> Fall meinen allerherzlichsten Dank fuer Eure Beitraege.
> Brigitte

huhu biggy,

ich hab mich mal ein bißchen kundig gemacht.
was ich gefunden habe, poste ich dir einfach mal so rein.

CASTAÑO DE INDIAS
lateinischer name:
Aesculus hippocastanum

Aesculus hippocastanum

Familie
Hippocastanaceae, Rosskastaniengewächse

Verbreitung
Zierbaum in Parks und Anlagen, Strassenbaum.

Beschreibung
Bis 25 m hoher Baum
Blütezeit: Mai-Juni
Früchte (Kastanien): September-Oktober
Blätter: gefingert, lang gestielt, 5-7 zählig
Blüten: weiss, mit gelben oder roten Flecken, 5zählig in aufrechtstehenden Rispen
Früchte: 1-3 kastanienartige Früchte in dorniger grüner Fruchthülle, mit grossen braunen Samen.

Verwechslungsgefahr
Aesculus pavia (Pavie) - ebenfalls giftig.
Aesculus carnea (Rotblütige Rosskastanie): meist mit roten Blüten und dornenlosen Blättern - ebenfalls giftig.

Giftige Pflanzenteile
Alle Pflanzenteile, v.a. unreife Früchte und grüne Samenschalen.

naja, also ich würde das zeug auf keinen fall trinken.
wenn du mehr über den gebrauch von kastanien usw. wissen willst, versuch's doch mal hier:

http://www.natur-forum.de/forum/index.php

mein wissen auf diesem gebiet wächst zwar stetig, aber bei der kastanie bin ich nochnicht angelangt.

liebe grüße
mamje :)))



Re: Rosskastanie 28.02.2002 (11:56 Uhr) gundja
Liebe Biggy,
Testament lohnt sich wahrscheinlich immer, allein weil es gerade in der Phytotherapie auch immer zu schweren allergischen Reaktionen kommen kann! Aber mal den Halb-Spaß beiseite. Ich würde mir solche Teedrogen nur in der Apotheke kaufen und nicht in irgend einem Kräuterladen um die Ecke. Ich denke, daß jede Apotheke, die Heilpflanzen führt, Dir die arzneilich wirksamen Samen bestellen kann und Dir kompetente Auskunft geben kann. Es gibt auch Fertigpräparate in der Apotheke: Aescorin forte Kapseln "Venentherapeutikum" von Steigerwald (PZN 7669930) enthalten Trockenextrakt aus Roßkastaniensamen. Da mußt Du Dir auch keine Gedanken um verwechselte Rohstoffe machen.
gundja
Re: Rosskastanie 28.02.2002 (12:23 Uhr) gundja
Schau doch mal hier:
http://adler-apotheke-roedinghausen.de/gesund/phyto.htm#Moderne%20Phytopharmaka


Auszug:
"Roßkastanie, Aesculus hipppocastanum
Die Roßkastanie ein bis zu 25 Meter hoher, stattlicher Baum, gelangte erst Mitte des 15. Jahrhunderts aus Asien zu uns nach Mittel- und Westeuropa. Ihre rot-braun glänzenden Samen erfahren in der Medizin eine große Wertschätzung und sind seit vielen Jahren Gegenstand konzentrierter wissenschaftlicher Forschung. Ein französischer Arzt soll sie 1898 erstmalig mit Erfolg bei Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt haben.
Heute weiß man, daß ein komplexes Gemisch aus sog. Triterpenglycosiden insbesondere Aescin für die heilsame Wirkung verantwortlich ist. Schonend gewonnene Roßkastaniensamen-Extrakte wirken entzündungswidrig, abschwellend und fördern durch ,,venentonisierende" Eigenschaften den Rücktransport des Blutes hin zum Herzen.
Sie werden deshalb auch innerlich in Form von Tabletten oder Kapseln -bevorzugt zur Behandlung von ,,Venenleiden" eingesetzt. Äußerlich findet das aus den Samen isolierte reine Aescin - in Form von Salben und Gelen - Anwendung. Es wird eingesetzt bei der Behandlung von Prellungen, Verstauchungen und Blutergüssen. Hier gilt eine Kombination mit Heparin als sinnvoll."

Dort kann man Dir bspw. sicherlich auch weiterhelfen:
http://adler-apotheke-roedinghausen.de/haupt.htm

gundja

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